Die Hundeschule

Wie man die Spreu vom Weizen trennt

 

Sitz

"Sitz!" Wenn die Ausbildung Ihres Hundes Ihnen schwer fällt, suchen Sie sich Hilfe!
aboutpixel.de - Frank Faasen

Grundsätzlich ist es eine gute Idee eine Hundeschule zu besuchen, wenn man sich den richtigen Umgang mit dem Hund von erfahrenen Hundetrainern zeigen lassen will. Leider gibt es nur ungenügende Qualitätskontrollen für Hundeschulen und dem Suchenden bleibt nichts anderes übrig als nach Sympathie vorzugehen. Das ist erst einmal eine gute Idee, denn ein gutes Bauchgefühl ist die erste Voraussetzung für einen Erfolg.
Doch manchmal können die falschen Leute sehr überzeugend erscheinen und man merkt erst viel zu spät, dass man an den falschen Hundetrainer geraten ist. Die daraus resultierenden Probleme und den Vertrauensbruch zwischen Ihnen und Ihrem Hund wieder zu bereinigen, können Jahre in Anspruch nehmen. Überlegen Sie sich daher gut, wem Sie vertrauen!

Ich persönlich rate immer zu einem persönlichen Hundetrainer statt der Hundeschule. Warum? Erst einmal, weil Ihr Hund situationsabhängig lernt. Egal, was Sie in der Hundeschule gezeigt bekommen, es ist vollkommen nutzlos, wenn der Hund es nur dort lernt. In einem anderen Zusammenhang müssen Sie mitunter ganz von vorn beginnen. Auch ist es möglich, dass Ihr Hund sich in dem Gewühl von anderen Hunden und Menschen nicht optimal konzentrieren kann. Auf Dauer sollte er seine Übungen auch unter chaotischen Bedingungen auszuführen lernen, aber es behindert die Arbeit ungemein, wenn man bereits im Chaos zum ersten Mal mit der Übung einsteigt.

Aber ganz gleich, ob Sie sich für einen privaten Hundetrainer entscheiden, der zu Ihnen nach hause kommt, oder ob Sie eine Hundeschule besuchen wollen, Sie sollten immer auf den Inhalt konzentriert sein, weniger auf Aufmachung, Design, Sauberkeit und strahlendem Lächeln. Ein guter Hundetrainer - der meist eher Menschen als Hunde trainiert - sollte Ihnen auch einmal unangenehme Wahrheiten ins Gesicht sagen können und Ihnen keinen Honig um den Bart schmieren. Denn wirkliche Fortschritte erzielen Sie nur mit einem Partner, der ehrlich zu Ihnen ist und den Problemen auf den Grund geht.
Das soll aber nicht bedeuten - und auch dieses Extrem ist mittlerweile weit verbreitet - dass Sie sich unablässig anbrüllen und schikanieren lassen müssen. Die unangenehme Wahrheit kann auch auf respektvolle und freundliche Weise gesagt werden. Wo ein aggressiver Umgang mit den Menschen herrscht, werden oft auch die Hunde nicht besser behandelt - und umgekehrt. Sie erinnern sich? Ein ängstlicher Hund lernt nichts - und Sie ebensowenig!

Natürlich ist es schwierig an dieser Stelle auf alle Erziehungsstile und die dazwischen liegenden Facetten einzugehen. Grundsätzlich gilt aber: je weniger körperliche Einwirkung (an der Leine ziehen, den Hund und je mehr Körpersprache, Gesten und Signale eingesetzt werden, desto besser sind Sie beraten. Auch Leckerlis sollten nicht ständig und dauernd Teil des Programms sein. Ein sehr gutes Zeichen ist der belohnende Einsatz von Spiel, wobei natürlich immer auf das Hunde-Individuum eingegangen werden muss.

Prügelstrafen, Gebrüll und unwürdige Strafmaßnahmen sind natürlich indiskutabel. Werfen Sie auch einmal einen Blick auf das Kapitel DONT's - ungeeignete Hilfsmittel. Werden die dort genannten Hilfsmittel angewendet? Sie sollten auch darauf acht geben, ob die Hunde untereinander sich begegnen dürfen und wie der Umgangston zwischen den Menschen herrscht. Werden die Hunde oft angeleint und isoliert zurückgelassen, ohne dass es zwingend erforderlich ist? Auch das kann ein Indiz für eine ungeeignete Hundeschule sein.

Unabdingbar ist meines Erachtens auch, dass Sie mit Ihrem Hund gemeinsam als Team die Hundeschule besuchen! Sie als Team müssen harmonieren, es genügt nicht dem Hund ein paar Tricks beizubringen - mit Ihnen als Halter muss der Hund das Gelernte in anderer Umgebung ohnehin nochmal neu erlernen und der Trennungsschmerz kann auch effektives Lernen verhindern, ruft unter Umständen sogar negative Assoziationen zur Lernsituation hervor.

Inhaltlich sollten Sie darauf achten, dass die Hunde mittels positiver Bestärkung ausgebildet werden und die Ausbilder Begriffe wie Clicker, Signal und Reiz kennen sowie verhaltensbiologische Grundkenntnisse besitzen, die halbwegs aktuell sind. Der Hundetrainer sollte wissen, dass Ihr Hund kein Wolf ist und nicht alle möglichen Methoden mit Verhalten aus dem "Wolfsrudel" rechtfertigen und erklären.
Dominanz und Unterwerfung sollten ebenfalls im Wortschatz des Trainers eine untergeordnete Rolle spielen, ebenso wie Alpha oder Rudelchef. Ihre Rudelstruktur spielt nämlich in der Ausbildung Ihres Hundes kaum eine Rolle. Mit positiver Bestärkung kann jeder Ihrem Hund etwas beibringen, der in der Lage ist Ihren Hund zu motivieren. Mit der Rangfolge hat das nur wenig zu tun, bzw nur insofern, als dass eine stabile Bindung (auch diesen Begriff sollte der Trainer gut kennen!) die Ausbildung natürlich enorm vereinfacht. Weniger wichtig finde ich persönlich Zertifikate und Prüfsiegel sowie die Möglichkeit in den Hundesport einzusteigen.

Rundum sollten Sie das Gefühl haben, dass sowohl für Ihren Hund als auch für Sie Verständnis aufgebracht und auf die Bedürfnisse beider eingangen wird. Der Hundetrainer sollte kompetent und verlässlich sein und Ihnen all ihre Fragen beantworten.

Falls Sie konkrete Empfehlungen möchten, gibt es eine Reihe Hundeschulen, die ich Ihnen ans Herz legen möchte.

  • An erster Stelle sei die Hundeschule "Beta Dog" von Birgit Lehnen genannt, meines Erachtens eine hervorragende Hundetrainerin mit umfassender Erfahrung und Hintergrundwissen.
  • Meine zweite Empfehlung geht an die humorvolle Hundetrainerin der Hundeschule "Mensch mit Hund", die meines Erachtens ein sehr gutes Gespür und Feingefühl für Hunde und Menschen besitzt.
  • Darüber hinaus möchte ich Ihnen die geprüften IG-Hundeschulen empfehlen, eine unabhängige Gemeinschaft von Hundeschulen, die den pauschalen Einsatz von Starkzwangmitteln ablehnen - mit aller Vorsicht, denn natürlich kann ich mich nicht für jedes einzelne Mitglied verbürgen. Bleiben Sie immer skeptisch.
  • Dann seien noch die Hundeschulen der Gemeinschaft Animal Learn erwähnt, ebenfalls ein Verband von Hundeschulen, die sich die sanfte Hundeerziehung auf die Fahne geschrieben haben. Auch hier gilt es natürlich immer noch eigene Skepsis mitzubringen und die Versprechungen des Verbandes voor Ort zu überprüfen.
  • Zu guter Letzt möchte ich Sie noch auf mein eigenes Beratungsangebot aufmerksam machen, das Sie per Telefon oder E-Mail beanspruchen können. Eine erste Beratungsstunde ist immer kostenlos. Schauen Sie einfach auf die Kontaktseite und schicken Sie mir eine Mail, wenn Sie individuell mit Ihrem Problem beraten werden möchten!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!